JOËLLE MENZI

*1984, lebt und arbeitet in Zürich

SARAH HABLÜTZEL

*1986, lebt in Hamburg und Winterthur

THE ISLAND, 2020

Rauminstalltion

Textil, Soundspur

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Die Psychologinnen Eliane Spahni und Zita Stoltenberg bieten in ihrer Praxis neben Einzeltherapien auch Gruppentherapien für Kinder an. Es wird ein Raum geschaffen, in dem auch unangenehme Gefühle ernst genommen und belastende Verhaltensweisen spielerisch transformiert werden können. Die Kinder werden aktiv in Rollenspiele eingebunden, gestalten dabei ihre Rolle selbst und erproben neue Handlungsspielräume. Positive Selbsterfahrungen und Erfahrungen in der Gruppe werden dadurch ermöglicht. 

Die Rauminstallation The Island, 2020 ist von Aspekten der Spieltherapie und Gestaltpsychologie inspiriert. Die künstlerische Intervention bestand zunächst darin ein Stoffdesign zu entwickeln, das die kindliche Phantasie anregt, um mit den Stoffen die in der Praxis vorhandenen Schaumstoffwürfel neu zu beziehen. Mehrere Kinder im Alter von 4-6 Jahren spielten allein oder zu zweit mit den Würfeln, liessen sich vom Volumen der weichen Objekte und ihrer Gestaltung beeinflussen und wurden dabei akustisch aufgezeichnet. Geräusche und Stimmen auf den Tonspuren wurden zu einer Mehrkanal Audio-Arbeit verarbeitet. Die Kinder starteten mit dem in der Gruppentherapie beliebten «Insel-Spiel». Dieses besteht darin, sich eine eigene Insel zu bauen, die anschliessen gemeinsam besucht wird oder eine individuelle Fortsetzung findet. 

Das Textildesign der Schaumstoffwürfel bedient sich «Shibori», einer japanischen Färbetechnik. Der Stoff wird dabei mehrfach gefaltet und traditionellerweise zwischen geometrische Formen geklemmt, auf die durch Schnürungen Druck ausgeübt wird. Beim Färbevorgang bleiben diese Druckstellen frei von Farbe, wodurch die für «Shibori» und den Farbstoff Indigo charakteristischen weiss-blauen Muster entstehen, welche nicht zuletzt unter gestaltgesetzlichen Gesichtspunkten faszinieren. Das Formenrepertoire von The Island (2020) besteht anstelle der geometrischen Formen aus Fragmenten des menschlichen und tierischen Skeletts und setzt diese den Spiegelungen und Gestaltveränderungen des Falt- und Färbevorgangs aus, um zu einem mehrdeutigen, mythisch-figurativen Bildkosmos zu gelangen. 

 

www.joellemenzi.ch
www.sarahhabluetzel.ch

Innerer Rettenbachweg 7

Das einstige Schlachthaus wurde 1889 im Auftrag von Metzgermeister Jakob Schuppisser erstellt, Ab 1910 diente es als Waschhaus und ab Mitte der 1990-er Jahre als Kindergarten.